Ein Prog-Festival in Salzburg? Ja, was man als Salzburger bisher nur vom Hörensagen aus Würzburg oder Reichenbach kannte, gab es jetzt auch hier. The Exhibition, seit 2005 aktiv und regional bereits mit einigen überzeugenden Auftritten in Erscheinung getreten, nahmen die Sache in die Hand und organisierten das Festival in der kleinen aber (insbesondere tontechnisch) feinen Rockhouse-Bar. Eingeladen hatten die Salzburger die bewährten krautrockigen (Neo-)Progger mit Metaleinschlag Traumpfad aus dem benachbarten Bayern sowie die Schweizer Formation Alt F4, die ihren ersten Auslandsauftritt absolvieren sollten. Es war also alles angerichtet für ein klasse Event. Und es wurde ein klasse Event. Die Location gut gefüllt und die Bands begeisternd.
Schon bevor Alt F4 als erste die kleine Bühne einnahmen, sorgte ihr Equipment für Vorfreude. Die Burschen hatten tatsächlich ihre Hammond mit nach Salzburg gekarrt. Es geht einfach nichts über den Sound einer Hammond mit Leslie Box. Es konnte also schon gar nichts mehr schief gehen, aber der Auftritt der Schweizer war nicht nur deshalb überzeugend. Ihre Mischung aus Islands/Lizard- und Larks´-Ära King Crimson, Deep Purple und Mars Volta muss man erst mal so tight umsetzen. Stakattoartige Riffs, hymnisch weinende Gitarre, jubilierendes bis schreiendes Sax, wuchtige bis verspielte Orgel, treibendes bis schleppendes Schlagzeug, wummernder und fein akzentuierter Bass, melodiöser bis leidender Gesang... ja, in der Tat, eine abwechslungsreiche Achterbahnfahrt wurde dem Publikum da geboten. Herausragend im Set war eine irre – und damit überzeugende - Vertonung von Woyzeck. Mit einer Version von Gustav Holsts Mars (aus The Planets), setzten sie, so wie es King Crimson 1969 zu tun pflegten, einen furiosen Abschluss ihres Gigs, der das Publikum begeistert zurückließ.
Nach einer kurzen Umbaupause waren die Chiemgauer Traumpfad an der Reihe und brachten ihren bewährten Mix aus Retro- und Neoprogl, angereichert mit Hard Rock- Metal- und leicht jazzigen Einflüssen dar. Der Set bestand hauptsächlich aus Stücken von ihrem letzten Album Die Kreise schließen sich, sowie aus drei neuen Stücken, darunter ein rund 10minütiges Instrumental und einem hitverdächtigen Song ganz im Stile ihrer eingängigen Nummern wie „Gefühle“ und „Ein neuer Tag“. Und als wäre das noch nicht genug, wurde dann auch noch bei den als Zugaben gebrachten Coversongs kräftig abgerockt. Rainbow Demon (Uriah Heep) und Hocus Pocus (Focus), letzteres mit toller Akkordeon-Einlage von Sänger Flo Huber, ließen die Headbanger im Publikum voll auf ihre Kosten kommen.
The Exhibition waren als Veranstalter Headliner des Abends und boten Ihr Ancient Stories-Programm, wobei wiederum die Stücke The Redemption und It Was Light herausragten. Letzteres erreicht mit seinen absolut songdienlichen Piano- und Gitarrensolos eine hymnisch-symphonische Qualität, die auch David Gilmour und Andy Latimer zu Ehre gereichen würde. The Exhibition sind Geschichtenerzähler in bester Prog-Tradition und stellen bei aller Versiertheit an ihren Instrumenten stets die Komposition in den Mittelpunkt und nicht das individuelle technische Können. Nach dem Ende der Reise durch ihre Geschichten aus vergangener Zeit, die vom Publikum mit tosendem Applaus abgefeiert wurde, schlossen auch The Exhibition ihren Set mit einer Coverversion ab und begeisterten mit einem grandios gespielten Lady Fantasy, dem wohl besten Camel-Stück.
Es bleibt zu hoffen, dass dieses Festival eine weitere Auflage erlebt (von der Etablierung eines jährlichen Festivals möchte ich hier noch nicht träumen), so wie es von The Exhibition ja auch angedacht ist.
Von der Qualität der Veranstaltung werden sich auch alle nicht dabeigewesenen bald überzeugen können, wurde doch das gesamte Festival mitgeschnitten und soll auf DVD veröffentlicht werden.
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Donnerstag, 20. September 2007
Montag, 4. Juni 2007
Genesis Setlist 2007
Monday, 4. June 2007
Heute fand die Generalprobe für die Genesis Turn it on Again Tour 2007 in Brüssel statt. Die Band spielte vor geladenen Gästen in einer Halle am EXPO-Gelände, in der auch in der letzten Woche die Proben stattfanden. Besucher berichteten die folgendende, meiner Meinung nach sehr schöne Setlist:
Behind the Lines (instrumental intro)~Duke’s End~Turn It On Again
No Son Of Mine
Land of Confusion
In The Cage~The Cinema Show (instr.)~Duke’s Travels (instr.)~Afterglow
Hold on My Heart
Home by the Sea~Second Home By The Sea
Follow You Follow Me
Firth of Fifth (instr.)~I Know What I Like
Mama
Ripples
Throwing It All Away
Domino
Drum Duet~Los Endos
Tonight Tonight Tonight (vocal part)~Invisible Touch
I Can’t Dance
Carpet Crawlers
Bis auf die "unvermeidlichen" Hits eine sehr schöne Auswahl und mit Ripples und Duke´s Travels/End echte Überraschungen. Zuletzt gabs das live 1980.
Heute fand die Generalprobe für die Genesis Turn it on Again Tour 2007 in Brüssel statt. Die Band spielte vor geladenen Gästen in einer Halle am EXPO-Gelände, in der auch in der letzten Woche die Proben stattfanden. Besucher berichteten die folgendende, meiner Meinung nach sehr schöne Setlist:
Behind the Lines (instrumental intro)~Duke’s End~Turn It On Again
No Son Of Mine
Land of Confusion
In The Cage~The Cinema Show (instr.)~Duke’s Travels (instr.)~Afterglow
Hold on My Heart
Home by the Sea~Second Home By The Sea
Follow You Follow Me
Firth of Fifth (instr.)~I Know What I Like
Mama
Ripples
Throwing It All Away
Domino
Drum Duet~Los Endos
Tonight Tonight Tonight (vocal part)~Invisible Touch
I Can’t Dance
Carpet Crawlers
Bis auf die "unvermeidlichen" Hits eine sehr schöne Auswahl und mit Ripples und Duke´s Travels/End echte Überraschungen. Zuletzt gabs das live 1980.
Mittwoch, 27. September 2006
Porcupine Tree, München, Muffathalle, 22.09.06
Porcupine Tree und München, das ist eine Story der beständig größer werden Veranstaltungsorte. Nach New Backstage (2003) und Elser-Halle (2005) nun auf der kurzen Arriving Somewhere... Tour zum Erscheinen der ersten Live-DVD der Band also die Muffathalle.
Diesmal wagen die Mannen um den blendend aufgelegten und ungewöhnlich gesprächigen Steven Wilson ein Experiment und hauen dem Publikum gleich mal 50 Minuten bisher unveröffentliches Material (insgesamt 6 Tracks) um die Ohren, das live wohl noch etwas ausgefeilt werden soll, bevor es im Anschluss an die Tour ins Studio geht (das neue Album soll im April 2007 erscheinen). Das Experiment gelingt, die Band wird vom ersten Song an abgefeiert, die neuen Tracks zurecht begeistert aufgenommen, sind sie doch wirklich (sorry for fan-speak ;) ) sagenhaft gut, insbesondere der extralange Track 3 (etwa 17 Minuten) sticht mit seinem unwiderstehlichen Groove und dem sehr "catchy" Refrain hervor. Mit das komplexeste Material, das sie bisher angegangen sind. Hervorzuheben auch Track 6, atmosphärisch kaum zu überbieten, der hohe electronica-Anteil überzeugt. Tool meets düsterste Depeche Mode und Massive Attack. Track 1 hatte ein ziemlich crimsoides Gitarrenintro (an The ConstruKction Of Light gemahnend), und in einem Song (dem 3.?) gabs ein sehr an Phil Collins erinnerndes Drum-Pattern (I don´t care anymore ähnlich - Leute damals war er noch ein verdammt genialer Drummer!). Die neuen Stücke versprechen schon nach dem ersten Eindruck, dass das kommende Album die Vorgänger nochmals wird toppen können. Die Metal-Riffings wirken stimmiger eingebaut als bisher und die zwei kürzeren Balladen (mit Wilson am Keyboard) sprühen vor düsterem Charme.
Im zweiten Set, der die "Hits" der beiden letzten Alben In Absentia (2002) und Deadwing (2005), sowie das wunderschöne Buying New Soul vom B-Seiten-Album Recordings (2001) aufbot, war dann The Start Of Something Beautiful herausragend und einfach nur zum Abheben. Ein, man verzeihe mir die Begeisterung, unglaublich geniales Stück, atmosphärisch unterstützt von einer ebensolchen Videoprojektion. Die potentiellen Welthits Trains und Blackest Eyes durften natürlich nicht fehlen.
Man kann sich schon jetzt auf die nächste Tour im Frühjahr 07 freuen. Steven Wilson Aficionados können außerdem mit einer kurzen Blackfield-Tour (Projekt Wilsons mit Aviv Geffen) im Jänner oder Februar rechnen.
Setlist (Von den 6 neuen Songs des ersten Sets sind noch keine Titel bekannt geworden [edit: Titel eingefügt]):
1 [Fear Of A Blank Planet]
2 [My Ashes]
3 [Anesthetize]
4 [Sentimental]
5 [Cheating The Polygraph]
6 [Sleep Together]
______
Open Car
The Sound Of Muzak
Buying New Soul
Arriving Somewhere But Not Here
.3
The Start Of Something Beautiful
Trains
_______
Halo
Blackest Eyes
Diesmal wagen die Mannen um den blendend aufgelegten und ungewöhnlich gesprächigen Steven Wilson ein Experiment und hauen dem Publikum gleich mal 50 Minuten bisher unveröffentliches Material (insgesamt 6 Tracks) um die Ohren, das live wohl noch etwas ausgefeilt werden soll, bevor es im Anschluss an die Tour ins Studio geht (das neue Album soll im April 2007 erscheinen). Das Experiment gelingt, die Band wird vom ersten Song an abgefeiert, die neuen Tracks zurecht begeistert aufgenommen, sind sie doch wirklich (sorry for fan-speak ;) ) sagenhaft gut, insbesondere der extralange Track 3 (etwa 17 Minuten) sticht mit seinem unwiderstehlichen Groove und dem sehr "catchy" Refrain hervor. Mit das komplexeste Material, das sie bisher angegangen sind. Hervorzuheben auch Track 6, atmosphärisch kaum zu überbieten, der hohe electronica-Anteil überzeugt. Tool meets düsterste Depeche Mode und Massive Attack. Track 1 hatte ein ziemlich crimsoides Gitarrenintro (an The ConstruKction Of Light gemahnend), und in einem Song (dem 3.?) gabs ein sehr an Phil Collins erinnerndes Drum-Pattern (I don´t care anymore ähnlich - Leute damals war er noch ein verdammt genialer Drummer!). Die neuen Stücke versprechen schon nach dem ersten Eindruck, dass das kommende Album die Vorgänger nochmals wird toppen können. Die Metal-Riffings wirken stimmiger eingebaut als bisher und die zwei kürzeren Balladen (mit Wilson am Keyboard) sprühen vor düsterem Charme.
Im zweiten Set, der die "Hits" der beiden letzten Alben In Absentia (2002) und Deadwing (2005), sowie das wunderschöne Buying New Soul vom B-Seiten-Album Recordings (2001) aufbot, war dann The Start Of Something Beautiful herausragend und einfach nur zum Abheben. Ein, man verzeihe mir die Begeisterung, unglaublich geniales Stück, atmosphärisch unterstützt von einer ebensolchen Videoprojektion. Die potentiellen Welthits Trains und Blackest Eyes durften natürlich nicht fehlen.
Man kann sich schon jetzt auf die nächste Tour im Frühjahr 07 freuen. Steven Wilson Aficionados können außerdem mit einer kurzen Blackfield-Tour (Projekt Wilsons mit Aviv Geffen) im Jänner oder Februar rechnen.
Setlist (Von den 6 neuen Songs des ersten Sets sind noch keine Titel bekannt geworden [edit: Titel eingefügt]):
1 [Fear Of A Blank Planet]
2 [My Ashes]
3 [Anesthetize]
4 [Sentimental]
5 [Cheating The Polygraph]
6 [Sleep Together]
______
Open Car
The Sound Of Muzak
Buying New Soul
Arriving Somewhere But Not Here
.3
The Start Of Something Beautiful
Trains
_______
Halo
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Porcupine Tree
Montag, 19. Juni 2006
Tool, Opeth u.a. @ Nova Rock, Nickelsdorf, 17.06.06
Vorweg sei jedem abgeraten in Zukunft dieses Festival im hintersten Burgenland zu besuchen. Eine staubige Sandwüste, Boden - unbestätigten Gerüchten zufolge - mit Klärschlamm befestigt, daher unglaublicher Gestank, nicht auszudenken, wies erst bei Regen ausgesehen hätte. Verkehrsanbindung unzureichend. Ein Sicherheitsrisiko war zudem, dass der Zugang in den vorderen Wavebreaker-Bereich nicht reglementiert wurde, das war überfüllt, wie ichs noch nicht erlebt habe. Gott sei Dank hab ich mir nur eine Tageskarte besorgt.
Opeth spielten ab 16:00 auf der Hauptbühne und hatten etwa 45 Minuten. Wenig Publikum, sehr angenehm. Sie spielten 4 Songs, darunter Deliverance und The Leper Affinity. Perfekt gespielt, akzeptabler Sound. Interessant, dass sie die große Bühne nicht ausnützten und nah beisammen standen wie auf einer kleinen Clubbühne. Mikael Akerfeldt ist zwar noch immer nicht der große Kommunikator, aber etwas besser als auf der Lamentations dvd läuft das schon.
Tool kamen um 21:45 dran und hatten knapp 75 Minuten, da Guns N Roses Headliner an dem Tag waren. Daher gabs im Vergleich zum RiP Auftritt kein Rosetta Stoned zu hören.
Setlist:
Stinkfist
The Pot
Forty Six & Two
Jambi
Schism
Sober
Lateralus
Vicarious
Ænema
Da im Park nur 1 Videoscreen funktionierte, hab ich nun endlich die ganze visuelle Show mitbekommen: beeindruckend. Tool-Konzerte sind ein Gesamtkunstwerk. Insbesondere Lateralus verfehlt die hypnotisierende Wirkung nicht. Die schnell gespielte Bridge in Schism tut dem Song sehr gut.
Tool sind in Österreich noch immer ein ziemlicher Geheimtipp, obwohl sie mit 10.000 Days auf Platz 1 in die Charts eingestiegen sind und sich 3 oder 4 Wochen in den Top 10 gehalten haben. Aber dafür genügen heutzutage ja schon wenige tausend verkaufte CDs. Daher waren die meisten Leute vor der Bühne in Erwartung von GNR nach vorne gedrängt was gegen Ende des Tool Sets ziemlich unerträglich wurde. Ohne Zugangsbeschränkung verliert ein Wavebreaker vor der Bühne seinen Sinn. Dickes Minus für Veranstalter & Security. MJK kündigte an, dass sie im November wieder kommen werden, freue mich, Tool dann endlich in einem nicht-Festival-Umfeld geniessen zu können.
Weiters gabs an diesem Tag Apocalyptica, deren beste Momente nach wie vor die Metallica-Cover sind, ihr eigenes Material kam sehr eintönig daher. Oomph! fand ich ganz witzig, aber die von ihnen beeinflussten Rammstein sind besser. Direkt vor Tool musste ich die Bloodhound Gang ertragen, die beim sehr jungen Publikum toll angekommen sind. Kommerz-Festival-Besucher-Niveau eben.
Auf Guns N´Roses hatte ich mich aus nostalgischen Gründen sehr gefreut, waren sie doch Anfang der 90er eine echte Lieblingsband von mir. Axl Rose ist stimmlich nicht in allerbester Verfassung, aber die Songs von Appetite... kommen immer noch gut. Die neuen Songs zünden nicht wirklich, mit einer Ausnahme (ich glaube "Better"). Sehr negativ waren lange Pausen zwischen den Songs und die vielen Gitarrensoli in den Umziehpausen für Herrn Rose, auch wenn mit Robin Finck und vor allem Ron "Bumblefoot" Thal jetzt bessere Gitarristen zur Band gehören als in der klassischen Besetzung.
Opeth spielten ab 16:00 auf der Hauptbühne und hatten etwa 45 Minuten. Wenig Publikum, sehr angenehm. Sie spielten 4 Songs, darunter Deliverance und The Leper Affinity. Perfekt gespielt, akzeptabler Sound. Interessant, dass sie die große Bühne nicht ausnützten und nah beisammen standen wie auf einer kleinen Clubbühne. Mikael Akerfeldt ist zwar noch immer nicht der große Kommunikator, aber etwas besser als auf der Lamentations dvd läuft das schon.
Tool kamen um 21:45 dran und hatten knapp 75 Minuten, da Guns N Roses Headliner an dem Tag waren. Daher gabs im Vergleich zum RiP Auftritt kein Rosetta Stoned zu hören.
Setlist:
Stinkfist
The Pot
Forty Six & Two
Jambi
Schism
Sober
Lateralus
Vicarious
Ænema
Da im Park nur 1 Videoscreen funktionierte, hab ich nun endlich die ganze visuelle Show mitbekommen: beeindruckend. Tool-Konzerte sind ein Gesamtkunstwerk. Insbesondere Lateralus verfehlt die hypnotisierende Wirkung nicht. Die schnell gespielte Bridge in Schism tut dem Song sehr gut.
Tool sind in Österreich noch immer ein ziemlicher Geheimtipp, obwohl sie mit 10.000 Days auf Platz 1 in die Charts eingestiegen sind und sich 3 oder 4 Wochen in den Top 10 gehalten haben. Aber dafür genügen heutzutage ja schon wenige tausend verkaufte CDs. Daher waren die meisten Leute vor der Bühne in Erwartung von GNR nach vorne gedrängt was gegen Ende des Tool Sets ziemlich unerträglich wurde. Ohne Zugangsbeschränkung verliert ein Wavebreaker vor der Bühne seinen Sinn. Dickes Minus für Veranstalter & Security. MJK kündigte an, dass sie im November wieder kommen werden, freue mich, Tool dann endlich in einem nicht-Festival-Umfeld geniessen zu können.
Weiters gabs an diesem Tag Apocalyptica, deren beste Momente nach wie vor die Metallica-Cover sind, ihr eigenes Material kam sehr eintönig daher. Oomph! fand ich ganz witzig, aber die von ihnen beeinflussten Rammstein sind besser. Direkt vor Tool musste ich die Bloodhound Gang ertragen, die beim sehr jungen Publikum toll angekommen sind. Kommerz-Festival-Besucher-Niveau eben.
Auf Guns N´Roses hatte ich mich aus nostalgischen Gründen sehr gefreut, waren sie doch Anfang der 90er eine echte Lieblingsband von mir. Axl Rose ist stimmlich nicht in allerbester Verfassung, aber die Songs von Appetite... kommen immer noch gut. Die neuen Songs zünden nicht wirklich, mit einer Ausnahme (ich glaube "Better"). Sehr negativ waren lange Pausen zwischen den Songs und die vielen Gitarrensoli in den Umziehpausen für Herrn Rose, auch wenn mit Robin Finck und vor allem Ron "Bumblefoot" Thal jetzt bessere Gitarristen zur Band gehören als in der klassischen Besetzung.
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Prog-Metal,
Tool
Sonntag, 20. November 2005
Sigur Rós – 6.11.2005 – Palladium, Köln
Verglichen mit dem VdGG Konzert vom Vortag ein Kulturschock, was das Publikum angeht. Sigur Rós haben offensichtlich eine große Anhängerschar in der alternativen Szene, in Österreich würde man sagen, beim FM4-Mainstream-Publikum mit Franz-Ferdinand-Pulli und Oasis Haarschnitt. Entsprechend groß die Location, das Palladium in Köln fasst wohl so um die 5.000 Besucher und es sollte brechend voll werden an diesem Abend.
Als Vorgruppe stimmte die Damencombo Anima, die als Gastmusikerinnen auch beim Hauptact mitwirkten an Geigen, Xylophon, singender Säge, Wassergläsern und Samples auf Sigur Rós´ Ambient wie Noise Attacken ein.
Die Isländer verstehen es, sich eindrucksvoll zu inszenieren. Der Erste (wie später ach der letzte) Song wurde hinter einer vorgezogenen Leinwand zum Besten gegeben, einfache aber ums effektvollere Beleuchtung sorgte für interessante Schattenspiele, die das Markenzeichen der Isländer, den seine Gitarre mit einem Geigenbogen streichenden Sänger und Gitarristen Jón Thór Birgisson auf die ganze Höhe der Leinwand überhöhte.
Auf Konzertlänge aufgeblasen wurde jedoch schnell klar, dass das Konzept von Sigur Rós, der Sound, den sie prägten und der sie einzigartig macht, für zwei Stünden nur bedingt ausreicht. Zu selten kamen die Ausflüge ins krautrockige, wenngleich der Schlusspunkt des regulären Sets, Track 8 vom Album () mit seinem gelungenen Spannungsaufbau und wilden Ausbruch am Ende einen versöhnlichen Höhepunkt darstellte, der für einige Längen während des Konzertes entschädigte.
Als Vorgruppe stimmte die Damencombo Anima, die als Gastmusikerinnen auch beim Hauptact mitwirkten an Geigen, Xylophon, singender Säge, Wassergläsern und Samples auf Sigur Rós´ Ambient wie Noise Attacken ein.
Die Isländer verstehen es, sich eindrucksvoll zu inszenieren. Der Erste (wie später ach der letzte) Song wurde hinter einer vorgezogenen Leinwand zum Besten gegeben, einfache aber ums effektvollere Beleuchtung sorgte für interessante Schattenspiele, die das Markenzeichen der Isländer, den seine Gitarre mit einem Geigenbogen streichenden Sänger und Gitarristen Jón Thór Birgisson auf die ganze Höhe der Leinwand überhöhte.
Auf Konzertlänge aufgeblasen wurde jedoch schnell klar, dass das Konzept von Sigur Rós, der Sound, den sie prägten und der sie einzigartig macht, für zwei Stünden nur bedingt ausreicht. Zu selten kamen die Ausflüge ins krautrockige, wenngleich der Schlusspunkt des regulären Sets, Track 8 vom Album () mit seinem gelungenen Spannungsaufbau und wilden Ausbruch am Ende einen versöhnlichen Höhepunkt darstellte, der für einige Längen während des Konzertes entschädigte.
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Sigur Ros
Mittwoch, 16. November 2005
Van Der Graaf Generator – 5.11.2005 – Forum, Leverkusen
Ende November 2004 verkündeten Van der Graaf Generator – Peter Hammill, Hugh Banton, David Jackson und Guy Evans ihre Reunion. Ziemlich genau 26 Jahre, nach ihrem letzten Live-Auftritt (der freilich in anderer Besetzung stattfand). Die Tickets für den zunächst einzigen angekündigten Gig am 6. Mai 2005 in der Royal Festival Hall zu London waren in kürzester Zeit vergeben, das Konzert ein internationaler Event, den Fans aus allen Teilen der Welt beiwohnten. Schließlich wurde aus der Reunion noch mehr als ein – hervorragendes – Doppel-Album (Present) und ein one-off Gig. Eine Tour startete. Insgesamt nur 19 Konzerte sollten es werden, eines davon am 5. November in Leverkusen im Rahmen der Jazztage. Da brauchte es nicht wirklich lange Überlegungen, um einen kleinen Urlaub in den dortigen Gefilden zu verbringen, zumal der Auftritt von Sigur Rós in Köln am darauf folgen Tag dies umso mehr nahe legte. Für 2 Gigs zahlt sich so ne Tour schon aus ;). Und Köln darüber hinaus eine tolle Stadt.
Nach überzeugenden Auftritten der Support-Künstler Paddy Millner und Dave Hole, der eine eine Londoner Jazz-Pianist, der andere Rock-Blueser, beide mit energetischen Auftritten bei perfektem Sound. Wie auch bei VdGG selbst war das WDR-Rockpalast-Team mit großem Aufwand dabei mitzuschneiden.
Dann endlich VdGG nehmen die Bühne. Doch sie legen nicht sofort los Der Fehlerteufel hat sich eingeschlichen, Probleme mit einem Sax von Jackson. Peter Hammill nimmts mit Humor: „Ihr habt 27 Jahre auf uns gewartet, da machen ein paar Augenblicke länger auch nichts aus.“ Recht hat er und endlich geht’s los mit The Undercover Man vom grandiosen Godbluff-Album, ihrem wohl besten Werk. Die Setlist bietet einen repräsentativen Querschnitt des Schaffes der Band auch die zwei besten neuen Nummern, Every Bloody Emperor und Nutter Alert fügen sich nahtlos ein. Ich hätte gerne auch noch In Babelsberg gehört, aber man kann nicht alles haben. Beeindruckend war vor allem Peter Hammills Gesang, einfach unglaublich, wie gut er stimmlich noch immer drauf ist, keine Schwächen zeigte bei seinen expressionistischen Vocals.
David Jackson wusste am Sax und an diversen Flöten selbstverständlich zu überzeugen und bot auch sein Markenzeichen auf, spielte zwei Saxophone gleichzeitig.
Hugh Banton hielt an den Keyboards alles zusammen und Guy Evans ließ an den Drums mitunter das Tier raus.
Ein fulminanter Abend, nostalgisch für die einen, ein faszinierender Gig einer Band wie es sie heutzutage in dieser künstlerischen Kompromisslosigkeit nicht mehr gibt – abgesehen vielleicht von Ihren Kollegen von King Crimson - für die anderen.
Setlist:
01. The Undercover Man
02. Scorched Earth
03. Every Bloody Emperor
04. Lemmings
05. Darkness
06. Childlike Faith
07. Sleep Walkers
08. Nutter Alert
09. Man Erg
10. Killer
11. Wondering
Nach überzeugenden Auftritten der Support-Künstler Paddy Millner und Dave Hole, der eine eine Londoner Jazz-Pianist, der andere Rock-Blueser, beide mit energetischen Auftritten bei perfektem Sound. Wie auch bei VdGG selbst war das WDR-Rockpalast-Team mit großem Aufwand dabei mitzuschneiden.
Dann endlich VdGG nehmen die Bühne. Doch sie legen nicht sofort los Der Fehlerteufel hat sich eingeschlichen, Probleme mit einem Sax von Jackson. Peter Hammill nimmts mit Humor: „Ihr habt 27 Jahre auf uns gewartet, da machen ein paar Augenblicke länger auch nichts aus.“ Recht hat er und endlich geht’s los mit The Undercover Man vom grandiosen Godbluff-Album, ihrem wohl besten Werk. Die Setlist bietet einen repräsentativen Querschnitt des Schaffes der Band auch die zwei besten neuen Nummern, Every Bloody Emperor und Nutter Alert fügen sich nahtlos ein. Ich hätte gerne auch noch In Babelsberg gehört, aber man kann nicht alles haben. Beeindruckend war vor allem Peter Hammills Gesang, einfach unglaublich, wie gut er stimmlich noch immer drauf ist, keine Schwächen zeigte bei seinen expressionistischen Vocals.
David Jackson wusste am Sax und an diversen Flöten selbstverständlich zu überzeugen und bot auch sein Markenzeichen auf, spielte zwei Saxophone gleichzeitig.
Hugh Banton hielt an den Keyboards alles zusammen und Guy Evans ließ an den Drums mitunter das Tier raus.
Ein fulminanter Abend, nostalgisch für die einen, ein faszinierender Gig einer Band wie es sie heutzutage in dieser künstlerischen Kompromisslosigkeit nicht mehr gibt – abgesehen vielleicht von Ihren Kollegen von King Crimson - für die anderen.
Setlist:
01. The Undercover Man
02. Scorched Earth
03. Every Bloody Emperor
04. Lemmings
05. Darkness
06. Childlike Faith
07. Sleep Walkers
08. Nutter Alert
09. Man Erg
10. Killer
11. Wondering
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VdGG
Sonntag, 30. Oktober 2005
Oceansize - 25.10.2005 - New Backstage Club, München
Die Briten von Oceansize haben mit ihrem neuen Album Everyone Into Position ihre Führungsrolle im Noise/Wall-Of-Sound-New-Artrock eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Ihr Auftritt im New Backstage Club in München war furios. Die fünf Jungs hatten zwar offensichtlich Mühe ihr Equipment auf der kleinen Bühne unterzubringen und waren während des Gigs in ihrer Bewegungsfreiheit etwas eingeschränkt, lieferten aber eine überzeugende Vorstellung ab, die von den Fans in der proppevollen Location gebührend gefeiert wurde. Im Mittelpunkt standen naturgemäß Songs vom aktuellen Album, und trotz einem nicht perfekt abgemischten Sound kamen durchaus auch die Feinarbeiten der drei Gittaristen zum Tragen. Wenn die drei in perfektem Zusammenspiel ein Soundnetz weben, dass immer feinmaschiger wird und darüber noch die Leads schweben lassen, in diesen Momenten fabrizieren Oceansize abheb-verdächtige Musik allererster Güte.
Mittwoch, 19. Oktober 2005
Dream Theater - 17.10.05 - Tonhalle, München
Dream Theater boten am Montag in der Münchner Tonhalle vor ca. 1500 Besuchern einen vor allem im ersten Set spektakulären Querschnitt ihrer schnellsten Soli ;) . Höhepunkt für mich war jedoch Octavarium, DTs Huldigung des Prog-Rock. Negativ war der teils katastrophale Sound, eine Band dieser Klasse sollte sich einen ordentlichen Tonmann leisten können. Vielleicht lags auch am Equipment der Halle.
Setlist:
The Root Of All Evil
Panic Attack
Another Won (Majesty)
Afterlife
Caught In A Web
Under A Glass Moon
Peruvian Skies
Fatal Tragedy
About To Crash (Reprise)
Losing Time / Grand Finale
---Pause---
As I Am
Endless Sacrifice
These Walls
Sacrificed Sons
Octavarium
---ENCORE---
The Spirit Carries On
Pull Me Under / Metropolis
Setlist:
The Root Of All Evil
Panic Attack
Another Won (Majesty)
Afterlife
Caught In A Web
Under A Glass Moon
Peruvian Skies
Fatal Tragedy
About To Crash (Reprise)
Losing Time / Grand Finale
---Pause---
As I Am
Endless Sacrifice
These Walls
Sacrificed Sons
Octavarium
---ENCORE---
The Spirit Carries On
Pull Me Under / Metropolis
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Samstag, 1. Oktober 2005
Dream Theater - 13. Juni 2005 - Posthof, Linz
Die „Kings of Progressive Metal“ zum ersten Mal nach sieben Jahren wieder in Österreich. Eine kleine Sensation war es schon, als das Konzert im für Dream Theater Verhältnisse relativ kleinen Linzer Posthof bekannt gegeben wurde. Natürlich war der Gig nicht nur ob der langen Zeit des Darbens der österreichischen Fans schnell ausverkauft, es war auch der erste von nur einer Handvoll „An evening with...“ Shows, die während dieses sommerlichen, von Festival-Auftritten dominierten Parts der Octavarium Tour, stattfanden. Dementsprechend international war das Publikum. Musikalisch breit gefächert war es sowieso, schließlich verstehen es Dream Theater den adoleszenten Metal-Fan ebenso anzusprechen wie am technischen Aspekt der Darbietung interessierte Musiker und nach Bombast und Epen gierende Progheads. Sie alle sollten während der fast dreistündigen Show voll auf ihre Kosten kommen.
Nachdem die Band zu den Schlussakkorden von In The Name Of God die Bühne betreten hatte, donnerte sie wütend drauf los mit The Root Of All Evil. Bereits hier deutete sich an, dass James La Brie einen wirklich guten Tag erwischt hatte, sowohl stimmlich, als auch was seine Anheizerqualitäten betrifft. Der Sänger, oft als Schwachpunkt der Band betrachtet, erwies sich als echte Stimmungskanone. Er nutzte die Nähe des Publikums in der kleinen Halle zum ausgiebigen Abklatschen und Händeschütteln und animierte mit vollem Körpereinsatz zum Mitsingen, während die übrigen Musiker nur dem Bewegungsdrang ihrer Finger nachgaben (von Mr. Portnoy´s obligaten Spuckeinlagen einmal abgesehen...). Mit A Fortune In Lies und Under A Glass Moon ging es zunächst an die Anfänge der Bandgeschichte zurück ehe der Frickelgemeinde bei Panic Attack auch bei einer neuen Nummer warm ums Herz wurde. Ein erster Höhepunkt war Endless Sacrifice, das sich als echter Fanfavorit entpuppte. Nach einem leider nur geschwindigkeitsmäßig beeindruckenden Keyboard-Solo von Jordan Rudess stürzte sich die Band frisch erholt in die Scenes From A Memory-Kracher Through My Words und Fatal Tragedy, ehe der erste Set mit In The Name Of God triumphal beschlossen wurde.
Beginn und Ende des zweiten Sets bildeten Stücke von Six Degrees Of Inner Turbulence. Überzeugender kamen allerdings die damit umklammerten übrigen Songs, insbesondere Learning To Live mit einem wahrlich hörenswerten Improvisationsteil. Mit Never Enough wurde das Tempo nochmals verschärft, allerdings war der Autor dieser Zeilen wohl nicht der einzige der sich fragte, ob man so offensichtlich von Muse abkupfern darf, dass es beinahe zur Karikatur verkommt. Mike Portnoy & Co. wollen offensichtlich zeigen, dass sie alles können, nur scheinen eigene Innovationen zuletzt aus ihrem Blickfeld geraten zu sein. Es folgte Sacrificed Sons, DTs 9/11 Thematisierung dessen großartiger musikalischer Spannungsaufbau den typisch amerikanisch-patriotischen Text vergessen lässt. Danach nahmen die Jungs mit The Spirit Carrys On und Solitary Shell ein wenig das Tempo raus und ließen das Publikum ordentlich mitsingen. So richtig zur Sache ging es erst wieder bei den Zugaben. Der Train Of Thought Opener As I Am wurde nicht nur wegen John Petruccis Gitarrensolobestzeit stürmisch bejubelt, der Song gewann enorm durch die druckvolle Liveumsetzung, ebenso wie das beim Publikum nach wie vor hoch im Kurs stehende Pull Me Under.
Dream Theater präsentierten sich den 1.200 Fans in einer bemerkenswert tighten Verfassung, wenn man bedenkt, dass es sich um die erste dreistündige Show der Tour handelte. Für den Herbst lässt dies fulminante Konzerte der New Yorker erhoffen.
Setlist:
The Root of All Evil
A Fortune In Lies
Under A Glass Moon
Panic Attack
Endless Sacrifice
Keyboard Solo
Through My Words
Fatal Tragedy
In The Name of God
~~Pause~~
Overture
About To Crash
Learning To Live
Never Enough
Sacrificed Sons
The Spirit Carries On
Solitary Shell
About To Crash (reprise)
Losing Time/Grand Finale
~~Zugaben~~
As I Am
Pull Me Under
Nachdem die Band zu den Schlussakkorden von In The Name Of God die Bühne betreten hatte, donnerte sie wütend drauf los mit The Root Of All Evil. Bereits hier deutete sich an, dass James La Brie einen wirklich guten Tag erwischt hatte, sowohl stimmlich, als auch was seine Anheizerqualitäten betrifft. Der Sänger, oft als Schwachpunkt der Band betrachtet, erwies sich als echte Stimmungskanone. Er nutzte die Nähe des Publikums in der kleinen Halle zum ausgiebigen Abklatschen und Händeschütteln und animierte mit vollem Körpereinsatz zum Mitsingen, während die übrigen Musiker nur dem Bewegungsdrang ihrer Finger nachgaben (von Mr. Portnoy´s obligaten Spuckeinlagen einmal abgesehen...). Mit A Fortune In Lies und Under A Glass Moon ging es zunächst an die Anfänge der Bandgeschichte zurück ehe der Frickelgemeinde bei Panic Attack auch bei einer neuen Nummer warm ums Herz wurde. Ein erster Höhepunkt war Endless Sacrifice, das sich als echter Fanfavorit entpuppte. Nach einem leider nur geschwindigkeitsmäßig beeindruckenden Keyboard-Solo von Jordan Rudess stürzte sich die Band frisch erholt in die Scenes From A Memory-Kracher Through My Words und Fatal Tragedy, ehe der erste Set mit In The Name Of God triumphal beschlossen wurde.
Beginn und Ende des zweiten Sets bildeten Stücke von Six Degrees Of Inner Turbulence. Überzeugender kamen allerdings die damit umklammerten übrigen Songs, insbesondere Learning To Live mit einem wahrlich hörenswerten Improvisationsteil. Mit Never Enough wurde das Tempo nochmals verschärft, allerdings war der Autor dieser Zeilen wohl nicht der einzige der sich fragte, ob man so offensichtlich von Muse abkupfern darf, dass es beinahe zur Karikatur verkommt. Mike Portnoy & Co. wollen offensichtlich zeigen, dass sie alles können, nur scheinen eigene Innovationen zuletzt aus ihrem Blickfeld geraten zu sein. Es folgte Sacrificed Sons, DTs 9/11 Thematisierung dessen großartiger musikalischer Spannungsaufbau den typisch amerikanisch-patriotischen Text vergessen lässt. Danach nahmen die Jungs mit The Spirit Carrys On und Solitary Shell ein wenig das Tempo raus und ließen das Publikum ordentlich mitsingen. So richtig zur Sache ging es erst wieder bei den Zugaben. Der Train Of Thought Opener As I Am wurde nicht nur wegen John Petruccis Gitarrensolobestzeit stürmisch bejubelt, der Song gewann enorm durch die druckvolle Liveumsetzung, ebenso wie das beim Publikum nach wie vor hoch im Kurs stehende Pull Me Under.
Dream Theater präsentierten sich den 1.200 Fans in einer bemerkenswert tighten Verfassung, wenn man bedenkt, dass es sich um die erste dreistündige Show der Tour handelte. Für den Herbst lässt dies fulminante Konzerte der New Yorker erhoffen.
Setlist:
The Root of All Evil
A Fortune In Lies
Under A Glass Moon
Panic Attack
Endless Sacrifice
Keyboard Solo
Through My Words
Fatal Tragedy
In The Name of God
~~Pause~~
Overture
About To Crash
Learning To Live
Never Enough
Sacrificed Sons
The Spirit Carries On
Solitary Shell
About To Crash (reprise)
Losing Time/Grand Finale
~~Zugaben~~
As I Am
Pull Me Under
Labels:
Dream Theater,
Konzert-Review,
Prog-Metal
Amplifier - 25. Juni 2005 - Rockhouse, Salzburg
Amplifier haben mich umgehauen. Ihr Debutalbum hatte ich schon zu Hause, fand es aber bis zum Konzert nicht über-drüber-genial. Der Gig hat das geändert. Immerhin knapp 200 Leutchen hatten sich ins Salzburger Rockhouse verlaufen um die drei Power Trios Frame, Amplifier und Harmful zu erleben.
Frame, die Lokalmatadoren, spielten einen geradlinigen und melodieseligen Rock, stellenweise an Placebo erinnernd und doch ziemlich überzeugend. Harmful, die armenischen Headliner aus Deutschland, präsentieren einen Noise-Wall-of-Sound, den ich nicht durchdringen konnte. Für mich klang ein Song wie der andere, und ich hätte es den meisten anderen gleichtun sollen, die schon während den ersten 20 Minuten des 2-Stunden-Harmful-Sets das Weite suchten.
Und zwischen den vielversprechenden Frame und den auf ganzer Linie enttäuschenden Harmful spielten die Briten Amplifier einen energetischen und intensiven Gig, wie man ihn nur selten erlebt. Immer wieder gab es jene Momente, in denen man den Eindruck hat, dass nicht die Band die Musik spielt, sondern die Musik die Band spielen lässt. Die Musiker waren dermaßen „drin“ in ihrer Musik, in einem tranceähnlichen Zustand, der es ihnen ermöglichte, ihr Repertoire auf eine höhere Stufe zu führen. Spätestens bei der Schluss-Nummer Airborne war der ganze Saal von der Musik erfasst, von diesem schwebenden, schweren Donner, dieser atmosphärischen Hochschaubahnfahrt.
Die Begrüßungsworte von Gitarrist & Sänger Sal Balamir waren Programm: „Wir sind von ziemlich weit hergekommen, um heute hier spielen zu können, also spielen wir jetzt, ohne lang rumzuquatschen!“ Und das taten sie. Überzeugend, überwältigend. Und jetzt, die CD: ebenfalls genial. Wieder eine Band, deren Musik man etwas Zeit geben muss. Ein paar Durchläufe & wenn es geht ein Gig dieser Band und man hört für einige Zeit kaum mehr was anderes. Mitte Oktober veröffentlichen Amplifier eine neue EP, ich freu mich drauf!
Frame, die Lokalmatadoren, spielten einen geradlinigen und melodieseligen Rock, stellenweise an Placebo erinnernd und doch ziemlich überzeugend. Harmful, die armenischen Headliner aus Deutschland, präsentieren einen Noise-Wall-of-Sound, den ich nicht durchdringen konnte. Für mich klang ein Song wie der andere, und ich hätte es den meisten anderen gleichtun sollen, die schon während den ersten 20 Minuten des 2-Stunden-Harmful-Sets das Weite suchten.
Und zwischen den vielversprechenden Frame und den auf ganzer Linie enttäuschenden Harmful spielten die Briten Amplifier einen energetischen und intensiven Gig, wie man ihn nur selten erlebt. Immer wieder gab es jene Momente, in denen man den Eindruck hat, dass nicht die Band die Musik spielt, sondern die Musik die Band spielen lässt. Die Musiker waren dermaßen „drin“ in ihrer Musik, in einem tranceähnlichen Zustand, der es ihnen ermöglichte, ihr Repertoire auf eine höhere Stufe zu führen. Spätestens bei der Schluss-Nummer Airborne war der ganze Saal von der Musik erfasst, von diesem schwebenden, schweren Donner, dieser atmosphärischen Hochschaubahnfahrt.
Die Begrüßungsworte von Gitarrist & Sänger Sal Balamir waren Programm: „Wir sind von ziemlich weit hergekommen, um heute hier spielen zu können, also spielen wir jetzt, ohne lang rumzuquatschen!“ Und das taten sie. Überzeugend, überwältigend. Und jetzt, die CD: ebenfalls genial. Wieder eine Band, deren Musik man etwas Zeit geben muss. Ein paar Durchläufe & wenn es geht ein Gig dieser Band und man hört für einige Zeit kaum mehr was anderes. Mitte Oktober veröffentlichen Amplifier eine neue EP, ich freu mich drauf!
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